„klassische“ Aquarellfarbe

Starten wir mal mit der für mich „klassischen“ Aquarellfarbe.

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Wie der Name Aquarell (Aqua = Wasser) schon sagt, benötigen wir für diese Maltechnik Wasser. Sie gehörten also zu den sogenannten Wasserfarben, sind mit einem Schulmalkasten aber absolut nicht vergleichbar, denn Aquarellfarben sind um einiges hochwertiger und stärker pigmentiert. Das bedeutet, dass die Farben aus feinsten Farbpigmenten (Pigmente sind Farbmittel, also farbgebende Substanzen) wasserlöslichen Bindemitteln wie z.B. Gummi arabicum und Netz- und Feuchthaltemitteln bestehen. Aquarellfarben sind wasserlöslich und nicht deckend (wie z.B. Acrylfarbe). Aquarellfarben lassen sich sehr gut untereinander mischen und deshalb genügt auch meist eine überschaubare Anzahl an Farbtönen für den Einstieg.

Aquarellmalerei gilt eigentlich als schwierige Technik, ist aber trotzdem sehr beliebt. Mit ein klein bisschen Übung zeigen sich hier trotzdem schnell schöne Ergebnisse.

Es gibt Aquarellfarben in fester Form in sogenannten Näpfchen und als Paste in Tuben. Die Näpfchen gibt es als „1/2 Näpfchen“ (halbe – etwa 1,5 ml) und als 1/1 Näpfchen“ (ganze – etwa 3 ml). Die ganzen Näpfchen sind also doppelt so groß wie ein halbes Näpfchen. Näpfchen gibt es auch leer zu kaufen – diese kann man dann mit der Paste aus Tuben oder mit selbst angemischten Farben* befüllen.  Tuben gibt es je nach Hersteller in unterschiedlichen Größen, geht meist aber ab etwa 5ml los.

*Mit ein paar Zutaten kann man Aquarellfarben nämlich auch selbst herstellen – aber dazu gibt es vielleicht mal einen extra Beitrag auf dem Blog 😉 

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Viele Anbieter haben – wie beim Aquarellpapier auch – Farben in zwei Qualitäten. Eine hochpreisigere Version bei der die Qualität besser ist und eine günstigere Version, denn so wird ein breiteres Publikum angesprochen. Bei der Firma Schmincke gibt es die Aquarellfarben beispielsweise einmal als „AKADEMIE“ und als „HORADAM“. Der Unterschied zwischen den beiden Serien ist der Preis und lt. Schmincke wohl die Lichtechtheit.

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Gummi Arabicum ist ein wasserlösliches Bindemittel. Aquarellfarben sind deshalb „lasierende“ Farben und werden nur mit Wasser verdünnt durch einen Pinsel auf Aquarellpapier aufgetragen. Das Wasser verdunstet, während die Farbpigmente auf dem Papier anhaften. Bei Aquarellfarben schimmert das Papier noch durch die Farbe durch und gibt dadurch etwas Tiefe und vor allem Leuchtkraft. Durch das lasierende aufeinanderschichten der Farben entsteht die Farbwirkung erst so richtig. 

Die Pigmente sind sehr fein (Korngröße etwa 1/10000 mm) und deshalb auch so gut für die „Nass in Nass“ Technik und das lasieren geeignet. Sie werden von den Papierfasern absorbiert und die leuchtende Farbkraft des Aquarells kommt deshalb so gut zur Wirkung.

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Zeichen auf Aquarellfarben

Das Color Index System (CI) ist ein internationaler Standard für die Bezeichnung von Farbstoffen und Pigmenten. Über eine Buchstaben-Zahlenkombination wir die Zuordnung zu einer Pigment- und Farbtongruppe erreicht. P steht also für „Pigment“ und R z.B. für „rot“ – die Zahl die dahinter steht ist die Ziffer des Pigmenttyps. Neu entdeckte Farben werden fortlaufen nummeriert. So bedeutet „PY155“ also „Pigment Yellow 155“ – 155. Eintrag in der Liste der gelben Pigmente.

PW: Pigment white, PY: Pigment yellow, PO: Pigment orange, PR: Pigment red,
PV: Pigment violet, PB: Pigment blue, PG: Pigment green, PBr: Pigment brown,
PBk: Pigment black

Deckkraft und Lasureigenschaften werden anhand von Rechtecken gekennzeichnet. Sie werden unterteilt in lasierend/transparent, halbtransparent/halblasierend, halbeckend und deckend.

Die Lichtechtheit erkennt man anhand von Sternen. Während z.B. fünf Sterne die höchste Lichtechtheit haben, steht ein Stern für nur ausreichende Lichtechtheit. Oft sind statt Sternen auch Punkte/Kreise angegeben.
Beim sogenannten „Staining“ handelst es sich um die „Abwaschbarkeit“. Lässt sich die Farbe leicht, halb oder nur schwer vom Papier anlösen? Dies wird oft anhand von Topfenformen oder Dreiecken gekennzeichnet.

In den meisten Fachgeschäften sind entsprechende Tafeln mit Farben ausgelegt, auf denen auch all diese Eigenschaften zu abzulesen sind. Diese unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter immer ein wenig.

 

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Inzwischen gibt es auch einige Hilfsmittel für besondere Effekte in der Aquarellkunst wie z.B. Rubbelkrepp, Grundierungen, Ochsengalle oder Struktur-Pasten

Nicht automatisch bedeutet „teuer“ gleich „Meisterwerk“ – allerdings empfehle ich dir, lieber ein bisschen mehr auszugeben und am Ende auch mehr Freude an deinen Farben zu haben, denn Lichtechtheit, Brillanz und Langlebigkeit sind eben doch ein entscheidender Faktor.

 

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Es gibt fertig befüllte Aquarellkästen in klein und groß und von den unterschiedlichsten Herstellern, aber auch leere Kästen, die mit Wunschfarben gefüllt werden können.

Wenn du dir zu Beginn keinen teuren Kasten kaufen möchtest und lieber erstmal ein paar wenige Farben ausprobieren willst, empfehle ich dir einfach eine kleine Blechdose. Du kannst die Farb-Näpfchen einfach mit einem kleinen Magneten oder z.B. Heißkleber befestigen und damit deinen eigenen kleinen Kasten „bauen“. Das kostet nicht so viel, aber deine Farben sind vor Staub und Dreck geschützt.

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Meine Lieblings-Aquarellfarben gibts hier (Affiliate-Link):
Schmincke Akademie, Aquarellkasten, 24 x 1/2 Näpfchen
Schmincke Akademie, Aquarellkasten, 12 x 1/2 Näpfchen
Schmincke Horadam, Aquarellkasten, 24 x 1/2 Näpfchen
Schmincke Horadam, Aquarellkasten, 12 Tuben á 5ml

VanGogh, Holz-Aquarellkasten, 24 x 1/2 Näpfchen
VanGogh, Aquarellkasten, 15 x 1/2 Näpfchen + Pinsel

LUKAS, Aquarellkasten, 14 x 1/2 Näpfchen

Prima Watercolor wurde umbenannt in Art Philosophy
Prima Watercolor, Aquarellkasten, 12 x 1/2 Näpfchen, pastell
Art Philosophy, Aquarellkasten, 12 x 1/2 Näpfchen, vintage
Art Philosophy, Aquarellkasten, 12 x 1/2 Näpfchen, shimmering lights