Aquarellpapier

Für das Handlettering oder das Illustrieren mit Aquarell bzw. Wasser im Allgemeinen benötigen wir Aquarellpapier – der sogenannte Malgrund.

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Es gibt sehr viele Arten von Aquarellpapier. Nehmen wir Qualität, Herstellung, Material, Gewicht, Struktur, Farbe und Format mal unter die Lupe: 


Qualität

Bei Aquarellpapier gibt es einmal die Künstler- und die Studienqualität.

Aquarellpapier in Künstlerqualität hat eine sehr hohe Lebensdauer, ist säurefrei und eher teuer. Studienqualität ist günstiger aber nicht säurefrei – das bedeutet, dass das Papier mit der Zeit gelblich und spröde werden kann.

Besonders im englischsprachigen Raum wird ein Papier von fast jedem Hersteller in beiden Qualitäten angeboten, um verschiedene Zielgruppen anzusprechen.


Herstellung

Es gibt zwei Herstellungsverfahren bei der Produktion von Aquarellpapier:

Bei der ersten Methode wird das Papier handgeschöpft – es ist das edelste Papier und nennt sich „Büttenpapier“ da es in einer Bütte (= großes, ovales Gefäß mit Rührwerk) per Hand gefertigt wird. Diese Methode wird heutzutage leider nur noch sehr selten durchgeführt.

Bei der zweiten Methode wird das Papier mithilfe von modernen Pressverfahren in einer Papiermaschine gefertigt. Das ist die maschinelle Hergestellung.


Material
Meistens wird das Aquarellpapier aus einem Gemisch von Wasser und Zellulosefasern gefertigt. Günstige Papier werden entweder nur aus Zellulose oder einem Gemisch aus Baumwolle (Hadern) und Zellulose hergestellt. Teures Papier besteht oft zu 100% aus Baumwolle, was das Papier sehr stark macht.


Gewicht
Hier gibt es verschiedene Gewichtungen. Das Papiergewicht wird in „Gramm pro Quadratmeter“ bestimmt.  Das übliche Papiergewicht liegt zwischen etwa 180g/m²  und 400g/m² – jedoch kann man auch Aquarellpapier in 800g/m² finden. Je „schwerer“ das Aquarellpapier ist, desto mehr Wasser kann es aufnehmen.

Struktur 
Die Struktur hat nicht automatisch immer etwas mit der Qualität des Papiers zu tun, denn die Beschaffenheit der Oberfläche ist oft eine persönliche Vorliege und Geschmacksache.

Es gibt zwei Arten von Papier – heißgepresst und kaltgepresst.

Heißgepresstes Papier hat eine eher glatte und harte Oberfläche. Oft nennt man es auch „satiniertes“ oder „kalandriertes“ Papier. Aquarellfarben erscheinen auf diesem Papier besonders brilliant. Dieses eignet sich hervorragend für Detailarbeiten. Da es sehr glatt ist, lässt sich die Farbe allerdings nur sehr schwer kontrollieren.

Kaltgepresstes Papier hat eine eher raue Oberfläche und ist mitunter das beliebteste Papier. E shat eine unregelmäßige und eher körnige Struktur, was Aquarelle noch plastischer wirken lässt. Papiere mit einer matten Oberfläche haben nur eine leicht unregelmäßige Struktur. Zusätzlich gibt es auch noch Papiere mit einer extra rauen, ausgeprägten und tiefen Oberflächenstruktur.

Es gibt also glatt satiniert, matt, rau und extra rau.

Als Faustregel gilt:
Matte Oberflächen für Details und Realität.
Raue Oberflächen für großzügige und plastische Aquarelle.

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Farbe
Meistens ist Aquarell weiß oder cremefarben. Es gibt aber auch unterschiedlich eingefärbtes Aquarellpapier zu kaufen. Inzwischen gibt es sogar schwarzes Aquarellpapier, was in Verbindung mit Metallic-Farben natürlich super ist.

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Format

Aquarellpapier gibt es in Blockform als Einzelblätter, gerollt oder als Platten.
Viele Blöcke sind 4fach-geleimt, was besonders bei der Nass-in-Nass-Technik praktisch ist, denn hier wird mit sehr viel Wasser gearbeitet. Durch die 4fach-Leimung wellt sich das Papier nicht so stark bzw. gar nicht und kann nach dem Trocknen einfach gelöst werden.

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Kurz und Knapp
Das Papier sollte saugfähig sein (damit sich das Papier nicht wellt), eine leicht raue Oberfläche besitzen und dennoch glatt genug sein, dass sich die im Wasser gelösten Farbpigmente gleichmäßig verteilen können. Industriell hergestelltes Aquarellpapier ist günstiger als handgeschöpftes Papier oder Büttenpapier. Es muss nicht das teuerste Papier sein, denn es gibt auch gute preiswerte Produkte mit toller Qualität. Probiere mit deinem Stil ein bisschen herum und schaue, welches Papier am Besten zu dir und deinem Vorhaben passt.


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Mein Lieblingspapier:
Ich verwende meistens das „XL Aquarelle“ von Canson – es ist in Studienqualität, ist relativ günstig, hat eine feine Körnung und 300g/m². Es ist ein kaltgespresstes Papier, wird in Frankreich hergestellt und ist säurefrei.

Mein zweitliebstes Papier ist das Britannia von Hahnemühle, denn das gibt es in unterschiedlichen Größen, Gewichten und in den verschiedenen Strukturen „rau, matt oder satiniert“ und sogar als Rolle. Es ist außerdem naturweiß, säurefrei und lichtbeständig. Trotz diesen tollen Eigenschaften hat es einen sehr guten, bezahlbaren Preis.

Zusätzlich mag ich das Aquarellpapier von KREUL sehr gerne und auch den Block von SMLT Art.

Gibt es hier (Affiliate Link):
Canson, XL Aquarelle, A4
Canson, XL Aquarelle, A3

Hahnemühle, Britannia, matt, 30×40 cm
Hahnemühle, Britannia, rau, 30 x 40 cm

KREUL, Paper Water Color, A3
SMLT Art, Watercolor Pad, A4